Das Konzept der Österreichischen Stundenbank

Hier finden Sie detaillierte Informationen zum Konzept der Österreichischen Stundenbank.

So funktioniert das System Stundenbank

Unendliche Ressource Zeit statt Geld

Der zentrale Unterschied: Nicht Geld, sondern Zeit ist das „Zahlungsmittel“. Jeden Tag stehen in Österreich – rein theoretisch – rund 210 Mio. Stunden neu zur Verfügung.

Das System funktioniert!

Beim Start der Stundenbank erhält jede in Österreich gemeldete Person (von 0 bis ∞) 5 Stunden auf seinem/Ihrem persönlichen Stundenkonto gutgeschrieben und kann diese Stunden sofort „ausgeben“ und aber auch verdienen und diverse – von anderen Mitgliedern angebotene – Leistungen in Anspruch nehmen bzw. auf dem Stundenmarktplatz ausgeben.

Nachhaltig – Eine Stunde hat auch noch in 100 Jahren 60 Minuten.

Das System „Stundenbank“ selbst ist abgekoppelt vom volatilen und durch Inflation beeinträchtigen Wertsystem Geld/Kapital. Einzig der Fortbestand der Stundenbank muss langfristig gesichert sein.
Dieser wird durch die Einhebung eines Erhaltungsbeitrags von EUR 15,–/p.a. aller aktiven Teilnehmer sichergestellt.

Schon beim Start erreichen wir die nötige Dynamik

Wie in den letzten Jahren deutlich wurde ist der Erfolg einer Zeitbank bzw. eines Tauschringes von der Anzahl der partizipierenden Teilnehmer abhängig. Die in der Anlaufphase benötige Dynamik wird durch die Einbindung der großen Anzahl von ehrenamtlich Tätigen erreicht.
Lt. Freiwilligenweb leisten 2,3 Mio. Österreicher diverse ehrenamtliche Tätigkeiten. Durch die „Abgeltung“ von ehrenamtlichen Tätigkeiten (1:1) erwarten wir uns zeitnah – nach Start der Stundenbank – rasche Akzeptanz und damit hohe Aktivität und damit verbundene Attraktivität. 

Ein ergänzendes solidarisches und beinahe kostenneutrales Wertsystem

Verschenken an Ältere erwünscht

Möglich ist allerdings schon, Älteren (mindestens 1 Jahr älter als der „Schenker“) Stunden zu „überschreiben / schenken“. So können Kinder / Enkelkinder Ihre Eltern / Großeltern unterstützen.

Soziale Lösungen für Hochbetagte

Teilnehmer der Stundenbank denen es auf Grund des fortgeschrittenen Alters nicht möglich ist ihre benötigten Stunden zu „verdienen“ oder geschenkt zu bekommen, werden von der Stundenbank nicht im Stich gelassen. Stunden können von Stunenbankteilnehmern in den Sozialfonds der Österreichischen Stundenbank gespendet werden. Die benötigten Stunden werden nach eingehender Bedürftigkeits-Prüfung durch eine Kommission vergeben. Wir finden sicher eine Lösung.

Vererben nicht möglich

Um die Konzentration von Stundenguthaben zu verhindern, verfallen bei Ableben sämtliche Guthaben.

Nachhaltiges Konsumieren am Stundenmarkt: So nützt die Österreichische Stundenbank

Österreicher konsumieren nachhaltig

2017 hat die Nachhaltigkeitsanalyse eines Onlineportals ergeben, dass österreichweit jeder Zweite mindestens einmal pro Monat den digitalen Marktplatz nutzt und dadurch mit dem Kauf und Verkauf von gebrauchten Gegenständen einen deutlich kleineren persönlichen ökologischen Fußabdruck erzeugt. Virtuelle Marktplätze tragen somit aktiv zum Umweltschutz bei.

Sogar mehr als 41 % der Jugendlichen kauft aus Umweltschutz und Nachhaltigkeitsgründen gebrauchte Dinge. Weitere 38% der befragten Jugendlichen können sich dieses Verhalten in der Zukunft vorstellen. (Studie Zukunft? Jugend fragen – BMU D 2018).

Der virtuelle Marktplatz der Stundenbank unterstützt alle Teilnehmer der Stundenbank bei der Umsetzung dieses wichtigen Beitrags zum Umweltschutz, da sie die Möglichkeit bietet Gebrauchtes und Selbstgemachtes durch geleistete Stunden zu erwerben bzw. zu verkaufen.

Nullsummenspiel der Stundenbank auf TASCHA.at: Gegen die "neue" Einsamkeit in allen Altersgruppen

Quer durch alle Altersgruppen – die „neue“ Einsamkeit

„Einsamkeit betrifft nahezu alle Lebensbereiche. Bereits Kinder und Jugendliche fühlen sich trotz oder wegen der sozialen Netzwerke zunehmend allein. Auch Erwachsene, die in unserer stark von Leistung und Konsum geprägten Gesellschaft an den Rand gedrängt werden, erleben Über- oder Unterforderung sowie auch die Ältesten, die oftmals in ihrer eigenen Welt leben und damit zurechtkommen müssen. (Vortragsankündigung Caritas Bildungswochen „Seitenweise Einsamkeit 11/2019)

Um diesem Trend entgegenzuwirken haben wir uns zusätzlich das “Nullsummenspiel” auf TASCHA.at einfallen lassen. In diesem Fall funktioniert die Stundenbank als Vermittler zwischen Menschen mit gleichen Interessen und es wird mit keinen Stunden “gehandelt”.

Wie kann ich Stunden "Geben" und "Nehmen": Von Jugendlichen bis zu Hochbetagten

Lebensphase Stunden einnehmen Stunden ausgeben
Jugendliche / Junge Erwachsene » ehrenamtliche Tätigkeiten in Organisationen
» Nachhilfe an jüngere Schüler
» eigene Talente weitergeben (Musik, Sport, Hobbys etc.)
» Nachbarschaftshilfe
» Stundenmarkt: Verkauf Gebrauchtes/Selbstgemachtes
» Nachhilfe von älteren Schülern
» Stichwort Potenzialentfaltung
Musik, Sport, Hobbys, etc. lernen
» Stundenmarkt: Kauf Gebrauchtes/Selbstgemachtes
» Schenken an Ältere
» Spenden in den Solidaritätsfonds
» Ansparen zur eigenen Vorsorge
Erwerbstätige / Arbeitssuchende » ehrenamtliche Tätigkeiten in
Organisationen
» Nachbarschaftshilfe
» Mitfahrgelegenheit anbieten
» eigene Talente weitergeben
(Musik, Sport, handwerkliche Fähigkeiten etc.)
» Sprachen vermitteln
» Stundenmarkt: Verkauf Gebrauchtes/Selbstgemachtes
» Geschenk von Jüngeren
» Nachbarschaftshilfe
» Mitfahrgelegenheit in Anspruch nehmen
» Stichwort Potenzialentfaltung
Musik, Sport, handwerkliche Fähigkeiten, etc. lernen
» Stundenmarkt: Kauf von Gebrauchtem/Selbstgemachtem
» Schenken an Ältere
» Spenden in den Solidaritätsfonds
» Ansparen zur eigenen Vorsorge
Asylberechtigte / Asylwerber » ehrenamtliche Tätigkeiten in Organisationen
» Nachbarschaftshilfe
» Mitfahrgelegenheit anbieten
» eigene Talente weitergeben (Musik, Sport, handwerkliche Fähigkeiten, etc.)
» eigene Kultur vermitteln
» Sprachen vermitteln
» Stundenmarkt: Verkauf Gebrauchtes/Selbstgemachtes
» Geschenk von Jüngeren
» Nachbarschaftshilfe
» Deutsch lernen
» Integration durch Freundschaften
» Mitfahrgelegenheit in Anspruch nehmen
» Stichwort Potenzialentfaltung Musik, Sport, handwerkliche Fähigkeiten, etc. lernen
» Stundenmarkt: Kauf von Gebrauchtem/Selbstgemachtem
» Schenken an Ältere
» Spenden in den Solidaritätsfonds
» Ansparen zur eigenen Vorsorge
Ältere (ab Pensionsalter) » ehrenamtliche Tätigkeiten in Organisationen
» Nachbarschaftshilfe
» Mitfahrgelegenheit anbieten
» eigene Talente weitergeben (Musik, Sport, handwerkliche Fähigkeiten etc.)
» Stundenmarkt: Verkauf Gebrauchtes/Selbstgemachtes
» Geschenk von Jüngeren
» Nachbarschaftshilfe
» Mitfahrgelegenheit in Anspruch nehmen
» Stichwort Potenzialentfaltung Musik, Sport, handwerkliche Fähigkeiten, etc. lernen
» Stundenmarkt: Kauf von Gebrauchtem/Selbstgemachtem
» Schenken an Ältere
» Spenden in den Solidaritätsfonds
» Ansparen zur eigenen Vorsorge
Hochbetagte » ehrenamtliche Tätigkeiten in Organisationen
» Nachbarschaftshilfe
» Wissen weitergeben
» Stundenmarkt: Verkauf Gebrauchtes/Selbstgemachtes
» Geschenk von Jüngeren
» Bei Bedürftigkeit: Spenden aus dem Solidaritätsfonds
» Nachbarschaftshilfe
» Mitfahrgelegenheit in Anspruch nehmen
» Stichwort Potenzialentfaltung Musik, Sport, handwerkliche Fähigkeiten, etc. lernen
» Stundenmarkt: Kauf von Gebrauchtem/Selbstgemachtem
» Spenden in den Solidaritätsfonds
» Schenken an Ältere
» Ansparen zur eigenen Vorsorge

Jugendliche und junge Erwachsene: So nützt die Österreichische Stundenbank

Bildungs- und Chancengleichheit durch „kostenlose“ Nachhilfe

Knapp 1/5 aller österreichischen Schüler hat im Schuljahr 2016/2017 externe Nachhilfe bekommen. Nachhilfekosten sind vor allem für finanziell schwächer gestellte Haushalte eine schwere Bürde, sofern sich diese die Nachhilfe überhaupt leisten können. Erschwerend für die Situation der betroffenen Kindern ist auch die Tatsache, dass 1/3 der Eltern mit der innerfamiliären Nachhilfe fachlich mehr oder weniger überfordert sind. (Stichwort Bildungsgerechtigkeit) (AK Studie Nachhilfe Österreich, 2017)

Ehrenamtliche Tätigkeit unterstützt bei Stipendium und Job

Lt. dem vierten Freiwilligen-Survey (BMFSFJ D) üben 35% der 14 bis 24jährigen ein Ehrenamt aus. Diese Jugendlichen werden lt. dieser Studie bei der Vergabe von Stipendien und bei der Jobsuche bevorzugt.

Erwerbstätige: So nützt die Österreichische Stundenbank

Arbeitsmärkte kommen durch Digitalisierung und KI unter Druck

Verschiedene Megatrends üben schon heute Druck auf die Arbeitsmärkte aus. Diese Trends werden sich kurz- und mittelfristig dermaßen verstärken, dass die OECD in ihrem Beschäftigungsausblick 2019, von dem „unglaublich schnell“ voranschreitenden digitalen Wandel schreibt. Die Schätzungen besagen, dass rund 14% der Arbeitslätze vernichtet und sich 32% radikal verändern werden. Daraus folgt, dass unsere Sozialsysteme unter Druck geraten. Deshalb ist es schon heute notwendig Möglichkeiten (wie die Stundenbank) anzubieten, die diese Entwicklung kostenneutral abfedern und damit zu erwartende soziale Spannungen von Haus aus minimieren.

Die Zukunft der Arbeit hängt von politischen Entscheidungen ab

Die Zukunft der Arbeit eröffnet viele Möglichkeiten ist aber auch Gegenstand vieler Ängste. Es bestehen jedoch reelle Risiken. Viele sehen unsere Arbeitswelt auf eine dystopische Zukunft zusteuern in der es zu massiver Arbeitslosigkeit und großen Kompetenzlücken kommt. Wie die Zukunft der Arbeit wirklich aussehen wird, hängt lt. OECD Studie (Beschäftigungsausblick 2019) aber zu einem großen Teil von den politischen Entscheidungen der Länder ab. Mit den richtigen Weichenstellungen lassen sich die Chancen von Digitalisierung und Globalisierung und höherer Lebenserwartung nutzen und die Risiken begrenzen.

Pensionen kommen unter Druck – Wir brauchen die vierte Säule des Pensionssystems

Fakt ist, dass unsere wohlstandssichernden staatlichen Pensionen auf Grund demografischer und wirtschaftlicher Entwicklungen in absehbarer Zeit unter Druck kommen. Deshalb ist es schon heute notwendig ein System wie die Stundenbank zu etablieren, welches ergänzend zu den drei Säulen zur langfristigen Sicherung unseres Wohlstands dient.

Zu den drei bekannten – kapitalgedeckten – Vorsorgesäulen (Staat, Betrieb, Individuell) kommt eine starke und (Kapital)unabhängige, von jedem Einzelnen gestaltbare Vorsorgeform „ins Spiel“.

Arbeitssuchende / Asylwerber / Asylberechtigte: So nützt die Österreichische Stundenbank

Auch Arbeitslose und Asylwerber / Asylberechtigte profitieren

Positive psychosoziale und lebensverbessernde Auswirkungen sind auch im Bereich der Arbeitslosen / Arbeitssuchenden und Asylwerber / Asylberechtigte zu erwarten. Innerhalb der rechtlichen Möglichkeiten (vgl. S. 12) können auch oben genannte Gruppen am System teilnehmen ohne Einschränkungen befürchten zu müssen und dadurch auch langfristig profitieren.

Lt. Freiwilligenweb kann man nach dreijährigem Engagement in einer gemeinnützigen Organisation die Österreichische Staatsbürgerschaft bereits nach sechs – statt nach zehn – Jahren ununterbrochenen Aufenthalts in Österreich verliehen bekommen.

In Pension: So nützt die Österreichische Stundenbank

Unterstützung im Alltag wird benötigt

Viele Tätigkeiten der gegenseitigen Hilfe für ältere Personen bzw. gegen die Einsamkeit müssen nicht von Professionisten durchgeführt werden, sondern – vor allem auch ohne finanziellen Aufwand – ebenso von engagierten Mitgliedern der Stundenbank übernommen werden. Die Stundenbank ist somit auch ein wichtiger Beitrag zur Entlastung der bereits jetzt finanziell und personell überlasteten Pflegedienste.

Die Stundenbank schafft auch die Rahmenbedingungen, damit sich ältere Menschen in den verschiedensten Bereichen einbringen können. Damit werden in der nachberuflichen Lebensphase die Potenziale der älteren Menschen genutzt und wertvolles Wissen wird weitergegeben. Höhere Lebenszufriedenheit, eine aktive Lebensführung und sinnvolle Tätigkeiten ziehen einen besseren Gesundheitszustand nach sich.
Daraus ergibt sich eine verzögerte Inanspruchnahme von professionellen Pflegediensten.

Die Idee ist, dass Menschen ehrenamtlich füreinander da sind und Ältere so lange wie möglich mit hoher Lebensqualität in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können.

Die Nutzer der Stundenbank bieten keine professionellen Pflegedienstleistungen an

Explizit betonen möchten wir, dass durch die Aktivitäten der Mitglieder der Stundenbank es zu keinerlei Konkurrenzverhältnis zu den professionellen Pflegedienstleistern kommt. Ausgeschlossen von den Leistungen der Stundenbank sind in der Regel medizinisch indizierte Leistungen wie Pflegeleistungen welche besondere Anforderungen stellen.

Ganz im Gegenteil: Durch die Stundenbank kommt es zu einer massiven Entlastung der in Zukunft benötigten Ressourcen (demographischer Wandel). Wir wünschen uns weiters, einen aktiven Dialog mit professionellen Dienstleistern betreffend etwaiger indizierter professioneller Unterstützung der Teilnehmer der Stundenbank.

Zeitbanken - Schon heute international erfolgreich und regional vorhanden.

Die Idee ist grundsätzlich nicht neu. Zeit statt Geld. Allerdings ist die Idee EINE zentrale Stundenbank in Österreich zu etablieren neu. Neu ist auch die (zeitliche) Abgeltung aller – auch für die im Zuge der oben erwähnten sozialen Organisationen – geleisteten ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Zeitbanken

Das Prinzip von Zeitbanken basiert auf der Idee der Gleichwertigkeit von Arbeits-/Lebenszeit, wobei eine Leistung rein an der Zeit gemessen wird, die man benötigt, um sie zu verrichten: Eine Stunde Rasenmähen ist dabei genau so viel wert wie eine Stunde Nachhilfe oder eine Stunde Unterrichten eines Musikinstruments (vgl. Lasker/Collom et al. 2011: 103).

Grundsätzlich werden Zeitbanken als Werkzeug verstanden, um soziale Teilnahme und Engagement in einer Gemeinschaft zu organisieren und zu belohnen – und können damit in vielen verschiedenen Settings von öffentlichen und nichtöffentlichen Organisationen angewendet werden (vgl. Seyfang 2004: 60f).

Die Zeitbanken in Europa und Amerika sind weitgehend Teil einer Bewegung, die 1986 mit einem Projekt in Washington D.C. ihren Anfang nahm: Der Jurist Edgar Cahn hatte die Probleme der Stadtverwaltung, ausreichend soziale Dienste zur Verfügung zu stellen, bemerkt und setzte das Konzept der „Time Dollars“ unter anderem in Bildungs-, Gesundheits- und Jugendprojekten ein (vgl. Community Currencies in Action 2014a).

Als „community currencies“ zielen Zeitbanken vor allem darauf ab, Gemeinschaftsbildung und Nachbarschaftshilfe zu fördern. Im Zentrum der Organisation steht eine Internetplattform, die die Datenbank der Mitglieder mit Angeboten und Nachfrage verwaltet und den Austausch zwischen den Mitgliedern koordiniert.

Die Mitglieder verdienen sich ihre „Stunden“, indem sie jemandem ihre Zeit widmen oder aushelfen und können diese ausgeben, sobald sie selbst Hilfe benötigen. Dabei werden gezielt auch Tätigkeiten gewürdigt, die über den Markt gar nicht, nur schwer bzw. für den jeweiligen zu kostenintensiv verfügbar sind. Weiters werden soziale Kontakte ermöglicht, die sich andernfalls nicht entwickeln würden (vgl. Seyfang 2004: 61)

Best Practice: Zeitbanken in anderen Ländern

Auch in anderen Ländern weltweit sinkt der ökonomische Handlungsspielraum beim größten Teil der Bevölkerung und gleichzeitig tragen die sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Gesellschaft immer mehr zu einer Vereinsamung des Einzelnen bei.

Durch die Einführung einer „sozialen” Währung, über die alle Teile der Gesellschaft gleichermaßen verfügen, hat man in Japan, der USA, Großbritannien, der Schweiz, Bali etc. schon vor vielen Jahren begonnen, einen geldunabhängigen Nachfrage- und Angebotsmarkt zu schaffen.#

Großbritannien

In Großbritannien begann die Geschichte der Zeitbanken Anfang der 1990er Jahre, bereits 10 Jahre später gab es über 100 lokale Gruppen, die von einer zentralen Dachorganisation landesweit unterstützt werden. Das Innen- und das Gesundheitsministerium unterstützen die Zeitbanken, weil sie in ihnen eine entlastende Funktion für die Sozial- und Gesundheitssysteme erkennen. Die Zeitbanker bezeichnen Ihre Tätigkeit als „Beziehungsbanking”. Zurzeit gibt es rund 270 Zeitbanksysteme in GB.

USA

Auch in den USA begann die Erfolgsgeschichte der Zeitbanken Anfang der 1990er Jahre. Die Wirtschaft verweigerte steigenden Prozentzahlen der Bevölkerung den Zugang zum Arbeitsmarkt – und damit die Möglichkeit eines Grundeinkommens, der Daseinssicherung und wirtschaftlicher und sozialer Teilhabe. Die sozialen Schichten drifteten in wachsendem Maße auseinander. Zeitbanken eröffneten die Möglichkeit, individuelle, soziale und wirtschaftliche Anliegen und Bedürfnisse der Menschen zusammen zu bringen. Zurzeit sind etwa 500 regionale Zeitbanken in den Vereinigten Staaten aktiv.

Japan

Japan kann man als das „Mutterland” der Zeitbankidee betrachten – auf jeden Fall gibt es im Fureai-Kippu System die prozentual meisten Mitglieder – die landesweit über alle Haupt- und Nebeninseln des Landes in einem regen Leistungsaustausch stehen. Die Japanische Kultur verbietet es, Hilfe anzunehmen ohne sich dafür zu revanchieren. Diese Tradition liegt dem japanischen Zeitbankmodell zugrunde – und erklärt das rasante Wachstum und die überaus hohe Akzeptanz von Fureai-Kippu im Inselstaat.
Brasilien
2006 Sabre: Die Sabre-Währung ist ein Vorschlag für eine Bildungswährung, die ursprünglich in Brasilien vorgestellt wurde. Die Währung wird Schülern kostenlos zur Verfügung gestellt, die damit von älteren Schülern Bildung kaufen können. Die Währung verbreitet sich von niedrigeren zu höheren Schulnoten und schließlich auch zu Universitäten. Durch diese Bildungswährungen werden in armen Ländern viele Bildungsbemühungen finanzierbar.

Österreich

In Österreich gibt es 9 Zeitbanken mit 1.250 Mitglieder (Oberösterreich, Burgenland, Vorarlberg, Steiermark) Die österreichischen Zeitbanken erbringen zum großen Teil Dienstleistungen zur Unterstützung von Senioren. Organisiert sind die Zeitbanken in regionalen Gruppen. Teilnehmer im Alter von über 55 Jahren können Zeit kaufen. Die Verwaltung wird über Mitgliedsbeiträge (8-50 EURO p.a.) finanziert.

Kooperation mit vorhandenen österreichischen Zeitbanken
Wir streben die Kooperation mit den in Österreich agierenden Zeitbanken an. Stunden die durch ehrenamtliche Tätigkeiten in einer Organisation „verdient“ und bei der Österreichischen Stundenbank gutgeschrieben werden, sollen auch in den lokalen Zeitbanken „ausgegeben“ werden können. Technisch ist diese Möglichkeit durch das Clearingsystem „Zart“ gegeben. Kooperationsgespräche werden, sobald die Basisfinanzierung gesichert ist, aufgenommen.

Tauschringe und Tauschkreise

Regionale Tauschsysteme im deutschen Sprachraum werden, je nach regionalen Gebräuchlichkeiten zumeist synonym als „Tauschkreise“, „Tauschbörsen“ oder „Tauschringe“ bezeichnet. Während man
„Tauschringe“ vor allem in Deutschland findet, ist in Österreich eher die Bezeichnung „Tauschkreis“
üblich. Die ersten Tauschringe sind in Deutschland zu Beginn der 1990er Jahre nach dem Vorbild der
LETS entstanden, wo über deren Erfolg in Großbritannien zu dieser Zeit medial berichtet wurde.
Obwohl bei den ursprünglichen LETS „Zeit“ nicht als Währung vorgesehen war, wurde sie von fast
allen Tauschringen als eine Maßeinheit für den Wert von Arbeit übernommen (vgl. Schroeder 2006:
31).

Tauschkreise, -ringe oder -börsen werden zumeist als Mischformen zwischen „reinen“ Zeitbanken
und LETS, üblicherweise mit einer Tendenz zur einen oder anderen Form, verortet (vgl. Community
Currencies In Action 2014b).

Für ehrenamtlich Tätige: So nützt die Österreichische Stundenbank

Endlich: Nachhaltige „Belohnung“ für ehrenamtliche Mitarbeiter.

Zusätzlich zu den psychologisch positiven Auswirkungen dient das Ehrenamt mit dem Stundenbankmodell auch als 4. Vorsorgesäule zur Sicherung des persönlichen Wohlstands im Alter, der individuellen persönlichen Entwicklung (Potenzialentfaltung) und als Motor gegen die Einsamkeit. In Organisationen ehrenamtlich geleistete Stunden werden den Stundenbank-Teilnehmern direkt im Ausmaß von 4 Stunden /monatlich auf deren Stundenbankkonto gutgeschrieben wird. Das bedeutet einen zusätzlichen Anreiz in Organisationen ehrenamtlich tätig zu sein bzw. zu werden. Und das alles, ohne dass der Organisation laufende Kosten entstehen. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Organisation das Engagement bestätigt.. Auch Zivildiener und viele Weitere profitieren von der vorgestellten Lösung.

Dadurch steigen die Attraktivität und der Nutzen von ehrenamtlichem Engagement.

Ohne “Geben” kein “Nehmen” – Das Solidaritätsprinzip

Damit das Prinzip Stundenbank funktioniert ist es wichtig, dass sowohl “genommen” als auch “gegeben” wird. Deshalb gibt’s bei uns das Solidaritätsprinzip: Das bedeutet, dass alle Stundenbank-Teilnehmer, deren Stunden im Zuge der ehrenamtlichen Tätigkeit gutgeschrieben werden, höchstens 5 Stunden nacheinander konsumieren (“nehmen”) können. Nachdem eine Stunde – mit einer Ihrer angebotenen Leistung “gegeben” wurde, können die nächsten 5 Stunden “genommen” werden, und so weiter.

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